Die Ankunft in Taiwan ist geglueckt. Ich wurde mit Paukenschlaegen und Feuerwerk empfangen. Die ersten 36 Stunden zog ein Auslauefer eines Taifuns ueber Kaohsiung. Die Himmelschleusen standen weit offen - es fiel wohl mehr Regen als in der Schweiz in einem Jahr. Die Donner knallten so laut, dass sie alle Autoalarme im Quartier ausloesten. Und davon gibt es - so weiss ich jetzt - einige.
Heute war ich zum ersten Mal in der Sprachschule. Das Schul-"Zimmer" ist knapp 2 auf 2 Meter gross. Da passt neben einem Tisch(chen) und zwei Stuehlen sogar eine Wandtafel rein. Da ich Einzelunterricht habe, genuegt es vollauf. Das Unterrichtsystem ist hingegen etwas gewoehnungsbeduerftig: Jede Stunde habe ich eine andere Lehrerin. Ich habe nun also das Vergnuegen nicht einen, sondern gleich drei chinesische Namen zu merken. Derjenige der ersten Lehrerin ist einfach, denn sie heisst Zhou zum Nachnamen. Genau wie ich. Nachnamen gibt es naemlich nur gerade etwa hundert bei den Chinesen. Und diese hundert Namen teilen sich halt die mehr als eine Milliarde Chinesen. Bei den Vornamen brauche ich mir keine Muehe zugeben, denn man sagt einfach "Lehrerin Zhou", respektive "Zhou Laoushi".
Auch ein Blinder wuerde merken, dass Taiwan in Ostasien liegt: Alles piepst und troetet hier irgendwie. Das Ende jeder Schulstunde signalisiert eine 30sekuendige Piepsmelodie in voller Lautstaerke. Die Handys klingeln hier nicht, sie trompeten. Mein Computer hier klingelt alle 5 Minuten wie ein altes Telefon, um mir zu sagen, dass bald Schluss ist. Und: Wenn zweimal im Tag auf der Strasse vor meinem Haus eine andere Melodie vom Endlostonband duedelt, so bedeutet das... dass der Kehrichtwagen unten steht und man die Abfallsaecke rausbringen sollte.
Schwer zu glauben? So tönt ein Original Kaohsiunger Gueselwagen:
Immerhin von einem blieb ich hier verschont: Der Feierei rund um den WM-Sieg der Italiener. Aus der Ferne mein herzliches Beileid an alle Langstrassenanwohner. Obwohl: Fussballfans gibt es auch hier. Mein Gastgeber Ueli hat sich das kleine und grosse Final auf Video aufgezeichnet, denn bei uns war es 2 uhr morgens, als der Match begann. Morgens um viertel nach sieben sass Ueli dann gespannt vor dem Fernsehen - frueh genug, dass ihm niemand vorher das Resultat verraten konnte.
DISCLAIMER 1: Ich uebernehme keine Verantwortung fuer Inhalt und Rechtschreibung dieses Posts, denn ich schreibe ihn in einer lokalen Gamerhoelle. Die Musik droeht, es piepst, knallt, rattert, fraest, rast durch mein Trommelfell. Die wohl 12 jaehrige am Computer nebenan traktiert ihr Keyboard mit Karateschlaegen. Obwohl: Eigentlich spielt sie ja ein Break-Dance-Spiel. Wie das wohl wird, wenn sie mal auf Tomb Raider oder einen Ego Shooter umsteigt? Ich mache mich vorher aus dem Staub.
DISCLAIMER 2: Blogspot merkt, dass auf dem Computer ein chinesisches Windows laeuft - und liefert mir die ganze Oberflaeche auf Chinesisch. Ich druecke also blind im Zeugst herum und hoffe, dass der Post am Schluss online erscheint. Von der chinesischen, kaputtgegamten Tastatur spreche ich gar nicht...
Montag, 10. Juli 2006
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2 Kommentare:
Hallo Patrick
Die Post kommt an, wenn auch die Dezibelgrenze ueberschritten wird.
Vielen Dank fuer deine Beitraege
Ruedi und Margrit
Liebe Margrit
Lieber Ruedi
Ich hoffe, dass meine Post die Dezibelgrenze nicht ueberschreitet. Obwohl: Wenn ich all die Gadgets hier sehe, waere es moeglich, dass die Email automatisch den Ton mittransportieren.
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