Unterwegs von Peking nach Hong Kong - die Reiseroute

Donnerstag, 27. Juli 2006

Schnipp schnapp

Wieder mal war es soweit: Haareschneiden. Wer mich kennt, weiss, dass ich kaum etwas mehr hasse.

Nun, ich habe einen Tipp erhalten, wo ich hingehen sollte. Das machte ich gestern. Bloss: Haareschneiden gehoert noch nicht zu meinem Grundwortschatz. Darum also Zeigfinger und Mittelfinger zum animierten Victory-zeichen gefomt; die Geste ist international verstaendlich - nun erwiesenermassen.

Darauf beschlossen die Damen, dass ich garantiert kein Chinesisch verstehe. Also zeigten sie mir mit Taubstummenzeichensoprache, wo ich mich setzen solle und was ich zu tun habe. Eine der Damen (Coiffeur scheint in Taiwan ein ausschliesslicher Frauenjob zu sein) begann dann frisch, froh an meinem Kopf herumzuschnipseln. Keine Fragen!

Am Schluss, als ich schon aufstehen wollte, kam dann das Haarewaschen. Und dazu gehoert eine 10minuetige Kopfmassage. Herrlich!

Mir ist das eigentlich ganz recht, wenn ich beim Coiffeur keinen Smalltalk fuehren muss. Dass ich nun wie ein Taiwanese aussehe, nehme ich dafuer in Kauf.

4 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Ciao Patricio!

Gab's den klassischen Blumentopf-auf-den-Kopf- und-dann-alles-wegrasieren-Schnitt?
Die beliebt belächelte Beatles-Pilzkopf-Frisur also?
Wenn ich mir diesen Haarschnitt so vorstelle an Dir, kann ich mir ein Schmunzeln nicht verkneifen, sieht sicher verschaerft aus...

Und jetzt weiss ich endlich auch, woher Martina Hingis zerknautschtes Laecheln auf der ZUG Werbung kommt: Die war noch nicht im Steamer...

Ich lasse hier am Atlantik bei 15 Beaufort Drachen steigen und finde es schon cheibe windig. Wuensche Dir also KEINEN Taifun, sondern weitere sanfte Kopfmassagen.

Das letzte Mal als ich beim Coiffeur war (mit 17 in Effretikon), hat mir die Coiffeuse eine wunderbare Kopfmassage gemacht, ich glaubte zu traeumen, und als sie dann beim Haare trocknen meinen Kopf gegen ihren wogenden Busen gepresst hat, ist mir schwindlig geworden...

Seither schneide ich mir die Haare selbst, damit ich nicht irgendwann die erstbeste Coiffeuse heirate...

Kai-Fun

Patrick Zoll hat gesagt…

Ni hou Kai Fun

Der Blumentopfschnitt ist in Kaohsiung so rar wie Pandabaeren. Er gehoert zu den den aussterbenden Rassen.

Die Jugend hier ist topgestylt - bei den Maedels sind Zapfenlocken und Hennarot absolut in. Ich warte allerdings noch darauf, die erste wasserstopfblonde Taiwanesin zu erspaehen. Die Jungs haben Anfluege von Irokesen - immer schon mit viel Gel drauf.

Ich selber habe eine neutral-entschaerfte Frisur verpasst bekommen. Wahrscheinlich dachten die sich, dass einer, der kein Wort Chinesisch kann, wohl nur kurz im Land sei. Und damit geschaeftlich.

Meine Coiffeuse stellte auf ihre Art sicher, dass niemand bei der Kopfmassage auf falsche Gedanken kommt. Ihre zentimeterlangen, messerscharfen Fingernaegel ritzten immer leicht an der Kopfhaut. Die Message war klar: "Pass auf, oder ich bohre dir die Klauen in den Schaedel, mein Kleiner."

Anonym hat gesagt…

..nun, muss an dieser Stelle berichtigen:das mit den 15 Beaufort hat Kai-Fun masslos uebertrieben..sonst waeren wir wohl mitsamt Drachen ins Auge des Sturms gesogen worden, stattdessen betrachten wir heute das aufziehende Gewitter immer noch von unten ;). Aber das Geräusch, wenn das schnittige Nylon-Teil in die Kurve geht ist schon sehr dramatisch! Bin beruhigt, dass Du ebenfalls noch am Boden klebst..eine kurze Frisur hat auch aerodynamische Vorteile ;)..Ziehn morn zu den belgischen Waffeln weiter..liebe Grüsse*** Sagnur-ana

Patrick Zoll hat gesagt…

Liebe sagnur-ana

Geniesse die belgischen Waffeln. Ich fresse mich hier quer durchs chinesische Meer. Fisch und Meeresfruechte vom feinsten...