Etwas stimmte nicht heute Morgen.
Es hatte so wenig Leute auf der Strasse, als seien Vogelgrippe und SARS gleichzeitig ausgebrochen. Und als wären zusätzlich die Olympia-Restriktionen für Autos wieder ausgerufen worden.
Fast gespenstig.
Um zur Busstation zu gelangen, brauchte ich für einmal meine Ellbogen nicht. Ich musste nicht zwischen VeIos und Töfflis hindurchhechten. Und ich fand im Bus zum ersten Mal einen Sitzplatz.
In absoluter Rekordzeit war ich in der Schule. Zeit im Stau gleich Null.
Die Erklärung: Heute ist die goldene Woche angebrochen. Da am Mittwoch 1. Oktober Nationalfeiertag ist, haben Abermillionen von Chinesen gleichzeitig eine Woche frei.
Viele reisen zu ihren Verwandten aufs Land – die chinesischen Staatsbahnen werden nach den Feiertagen wohl wieder Rekordzahlen melden.
Letzte Woche habe ich viele Leute gefragt, was sie über die Feiertage machten. „Ausruhen“, lautete die häufigste Antwort.
Daher die leeren Strassen heute.
Gefunden habe ich die Menschenmassen dann am Nachmittag. Wangfujin Dajie, das Pekinger Pendant zur Zürcher Bahnhofstrasse, ist gerammelt voll. Es summt und brummt wie in einem Bienenstock.
Die Rechnung der Regierung scheint aufzugehen: Die goldenen Wochen (eine zweite gibts rund um Chinesisch Neujahr im Frühling) sollen dazu dienen, dass die Leute ihr Geld ausgeben. Und so die Wirtschaft ankurbeln.
Montag, 29. September 2008
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2 Kommentare:
Wir freuen uns auf Deine grosse Feuerwerks-Foto-Reportage vom morgigen Staatsfeiertag (mit Impressionen der Menschentrauben, die um 6m hohe Porträts des Regierungschefs stehen und jubeln...).
Und was hast Du gekauft im allgemeinen Kaufrausch?
Habe nicht viel mitbekommen vom Nationalfeiertag. Das scheint in erster Linie eine Familienangelegenheit zu sein. Und der Fahnenaufzug auf dem Tiananmen-Platz war um morgen um sechs. Da schlafen brave Schüler noch.
Habe mir bloss Rasierklingen gekauft. Die werden wie Schätze unter Verschluss gehalten. Bezahlen an einer separaten Kasse, dann wieder mit dem Kassenbon vorbeikommen und erst jetzt gibt es die Wahre. Wie früher in der Sowjektunion.
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