„Renguang“ - so lautet mein chinesischer Name, der sich aus den Zeichen „Warmherzig, gütig“ und „Licht, Ehre“ zusammensetzt - „Renguang“ tönt es heute also aus der Küche, als ich nach Hause komme.
Mein Gastvater strahlt mich an. In der Hand hält er eine riesige Krabbe - ziemlich krebsrot, ziemlich tot.
"Habt ihr sowas in der Schweiz?"
"Nein"
"Hast du sowas schon mal gegessen?"
"Nein"
"Also setz dich. Iss"
Schwupps kriege ich einen Teller mit einem der Viecher drauf. Und zwei Stäbchen.
Bloss: Wie isst man Krabbe mit Stäbchen ?
Herr Wei und Frau Wang machen es mir vor. Sie brechen die Schale der Krabbe von Hand auseinander; ein Bein nach dem anderen, eine Schere nach der anderen ab.
Die schlabbrig-braune Masse unter dem Panzer schmeckt etwa so, wie sie aussieht. Trotzdem schlürfe ich alles tapfer weg.
Jetzt gehts an die Scheren. Die müssen aufgebrochen werden.
"Schau", lacht Frau Wang und knackt die Schere mit den Zähnen, fischt dann mit den Stäbchen das Fleisch heraus.
Obwohl ich bereits zu Mittag gegessen habe, knacke, schmatze und schlürfe ich wacker mit. Nach der ersten Überwindung fällt es auch leichter: Das Fleisch schmeckt hervorragend.
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen